Kunst, Aktivismus und ein Hauch von Irritation

Kunst, Aktivismus und ein Hauch von Irritation
Foto von Patrick Rosenkranz / Unsplash

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Früher haben Menschen Luft und Klima viel stärker mit ihrem Leben verknüpft. Sie wussten, dass Luft nicht nur atmen bedeutet, sondern auch die Stimmung, die Gesundheit und sogar den Regen beeinflusst. Mit der Moderne hat sich das geändert. Luft wurde vermessen, in Daten gepackt und wissenschaftlich eingeordnet. Sie wurde abstrakt – etwas, das niemandem gehört und deshalb oft wenig wertgeschätzt wird.

Quelle: Klima von Eva Horn

Und hier liegt das Problem: Was allen gehört, wird oft von wenigen ausgebeutet. Besonders ärmere Menschen leiden unter verschmutzter Luft, obwohl sie meistens nicht die Hauptverursacher:innen sind. Dabei ist saubere Luft ein Grundbedürfnis – ja, sogar ein Menschenrecht, wie der Internationale Gerichtshof im Jahr 2025 bestätigt hat.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Also habe ich beschlossen,
das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Ich „verkaufte” frische Luft in Flaschen, lokal abgefüllt am wunderschönem Hamburger Elbstrand. Ein Ort, an dem normalerweise frische Brisen zum Entspannen locken, aber fast täglich riesige Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe vorbeifahren und so die Luft verschmutzen. Der Verkauf der Luft fand anschließend auf dem Isemarkt statt, um ein provokantes Zeichen zu setzen: Lebenswichtige Luft wird als Ware verkauft.

Dadurch wird der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Natur ziemlich klar auf den Punkt gebracht. Auf dem Isemarkt wurde diese Aussage noch deutlicher. Märkte sind nicht nur Verkaufsorte für regionale Produkte, sondern auch eine Bühne, auf der soziale Unterschiede sichtbar werden. So konnte jede:r sehen, dass etwas so Selbstverständliches wie Luft plötzlich zur Ware wird. Die Aktion war absurd, überspitzt und irritierend – und genau das sollte sie sein.

Danke an den besten Kamermann: Bastian von extradreh